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Fr, 26. September 2014

Bücher und Spiele für Familien in Flüchtlingsunterkünften

In einer neuen Stadt mit fremder Kultur und Sprache, fern der Heimat – das verbindet alle Bewohner der Übergangswohneinrichtungen. Um Flüchtlingen die Ankunft in Bremen zu erleichtern, hat die Stadtbibliothek Bremen Medienboxen mit je 44 brandneuen Büchern und Spielen zusammengestellt. „Alle Flüchtlingsunterkünfte in Bremen bekommen so eine Kiste“, erklärt Britta Schmedemann, Spezialistin für bibliothekarische Zielgruppenarbeit. „Unsere Zielgruppe sind Eltern und Kinder.“ So enthält die Bücherkiste zum Beispiel einfache Bilderbücher zu Kindergarten und Schule, um einen ersten Einblick in das deutsche Bildungssystem zu geben. Neben zweisprachigen Bilderbüchern gibt es auch „sprechende“ Tiptoi-Vorlesebücher, Brett-Spiele, Atlanten, Bremen-Stadtführer, Deutschlern- und Wörterbücher. Die Medienboxen bleiben als Dauerleihgabe in den Einrichtungen und werden finanziell vom Bremer Senat durch das Projekt „Aufnahme und Integration von Flüchtlingen“ unterstützt.

Medienboxen-Stadtbibliothek
Mareike Strechel von der Stadtbibliothek Vahr überreicht Flüchtlingen die Medienbox mit Büchern und Spielen für Eltern und Kinder (Foto: Gewoba)

Ein Experten-Team der Stadtbibliothek Bremen stellte die Medienauswahl zusammen. „Im Vordergrund stand dabei die Zweisprachigkeit, damit die verschiedenen Muttersprachen spielerisch mit dem Deutschen verbunden sind“, erklärt Schmedemann. Die vorherrschenden Sprachen sind Englisch, Russisch, Arabisch, Persisch und Französisch. In den Übergangswohneinrichtungen kam dieser Mix gut an und wurde gleich in den Alltag einbezogen. Schmedemann: „Kinderbetreuer oder Deutschlehrer kombinieren die vielfältigen Bücher und Spiele mit ihren bisherigen Angeboten, indem sie zum Beispiel im Atlas zeigen wo Bremen eigentlich liegt oder mit der Bilderbuchmaus einen deutschen Kindergarten entdecken.“ Da alle Medien zweisprachig sind, können sich die Bewohner aber auch völlig selbstständig mit ihnen beschäftigen. Besonders hilfreich seien dabei Bücher mit tiptoi-Stift, wodurch man zum Beispiel im großen Bilderlexikon nicht nur unbekannte Begriffe nachschlagen könne, sondern auch gleich höre, wie das deutsche Wort ausgesprochen wird.

In der Vahr gibt es schon seit Beginn der Sommerferien eine Kooperation zwischen Übergangswohneinrichtung und Stadtteilbibliothek. Mareike Strechel, bibliotheks-pädagogische Mitarbeiterin der Stadtbibliothek Vahr, war den Kindern in der Übergangswohneinrichtung durch mehrere Ferienangebote schon vertraut. Mit Unterstützung der Gewoba konnten nun die Kinder mit ihren Vätern in einem Großraumtaxi zur Stadtteilbibliothek fahren, wo sie die neue Medienbox in Empfang nahmen. Natürlich wurde auch die restliche Bibliothek erkundet. Dabei wurden Lieblingsbücher entdeckt und gleich ausgeliehen. „Ein schönes Beispiel dafür, dass die Medienbox nur eine kleine Auswahl ist, die neugierig macht auf mehr“, freute sich Mareike Strechel.

Und das „Mehr“ geht so: Die Stadtbibliothek Bremen schenkt allen Flüchtlingen in Bremen Bibliotheksausweise, mit denen alle Angebote ein Jahr lang kostenlos genutzt werden können. Dazu zählen zum Beispiel das internationale Zeitungsangebot aus rund 100 Ländern oder auch die zahlreichen Sprachlehrprogramme. „In Deutschland ist vieles anders und so auch die Bibliotheken“, weiß Britta Schmedemann. Deshalb bietet die Stadtbibliothek Einführungen für Kleingruppen von Flüchtlingen an, bei denen sie Bibliothek vor Ort kennen lernen und sich orientieren können. Nach diesem gemeinsamen Besuch fällt es beim nächsten Mal schon gar nicht mehr so schwer, alleine hin zu gehen.

http://www.stadtbibliothek-bremen.de

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