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Mo, 03. November 2014

Neue Heimat Deutschland

Talk-Runde von Rat für Integration und Lions Club mit Mageda Abou Khalil

Der Bremer Rat für Integration und der Lions Club Bremen Cosmopolitan laden regelmäßig zu einem offenen Gesprächskreis in den EuropaPunkt, am Markt 20 ein. Zur Premiere am Dienstag, 28. Oktober, von 18 bis 20 Uhr, war die Bremer Frau des Jahres, Mageda Abou-Khalil zu Gast. Die gebürtige Libanesin engagiert sich seit 23 Jahren in der Flüchtlingshilfe und leitet mehrere Bremer Flüchtlingsheime. Im Gespräch mit Libuse Cerna, der Vorsitzenden des Bremer Rates für Integration, gewährte Khalil den Gästen einen Einblick in ihre persönlichen und beruflichen Erfahrungen in Bremen.

Es gäbe keine Arbeit, in der sie sich mehr Erfüllung vorstellen könne. „Vielleicht, weil ich weiß, wie sich das anfühlt, wenn man neu ist in diesem Land.“, sagte die 53-Jährige. Mageda Abou-Khalil wuchs im Libanon während des Bürgerkriegs auf, bevor sie als 18-Jährige nach Deutschland kam. „Eigentlich wollte ich zu Freunden in die USA. Auf dem Weg dorthin bin ich hier stecken geblieben. Es war Winter und kalt in diesem Land“, erinnerte sich Khalil und meinte damit auch die Menschen, die sie nicht verstand und darum ebenfalls als eher kalte Zeitgenossen kennenlernte.

DSCF1561 V.l.: Jutta Berninghausen (Lions Club Cosmopolitan), Mageda Abou-Khalil und Libuse Cerna (Rat für Integration)

Die Sprache ist der Schlüssel

„Als klar wurde, dass ich in Deutschland bleiben würde, entschied ich mich, die Sprache zu lernen“, sagte Khalil. Mit wachsenden Sprachfertigkeiten und Verständnis erwärmte sich ihr Verhältnis zu den Deutschen. „Die Sprache ist der Schlüssel für Integration“, sagt Khalil darum heute und fördert Sprachausbildungen, wo es nur möglich ist. „Und trotzdem“, ergänzte sie, „Deutschland ist erst in diesem Jahr meine neue Heimat geworden, seit ich leider keine familiären Beziehungen mehr in den Libanon habe. Jetzt ist Bremen meine Heimat auf dieser Welt.“

Frieden und schnellere Entscheidungen

„Endlich Frieden!“, antwortete Khalil auf die Frage von Libuse Cerna, was sie sich für die Zukunft wünsche. „Wir werden bald das siebte Flüchtlingsheim in Bremen eröffnen müssen, weil heute so viele Menschen auf der Flucht vor Krieg und Verfolgung sind.“ Das mache sie unheimlich traurig. Und gleichzeitig wünsche sie sich schnellere Entscheidungen für Asylbewerber. Es dürfe nicht sein, dass Menschen und gerade Familien mit Kindern teilweise jahrelang auf die Anerkennung ihres Asylantrages warten müssten. In diesem Schwebezustand verlören sie viel kostbare Zeit, in der sie die Sprache und vieles mehr lernen könnten.

Die nächste Veranstaltung ist am 24.02.2015, von 18 bis 20 Uhr, ebenfalls im EuropaPunkt.
Zu Gast: die Bundestagsabgeordnete Marieluise Beck.

Um Anmeldung bis zum 20.02.2014 wird gebeten:
lc.bremen.cosmopolitan@gmx.de

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