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Do, 11. Dezember 2014

"Frieden fängt klein an"

Während die Mehrheit draußen im hektischen Treiben auf dem Weihnachtsmarkt wohl kaum einen Gedanken an die weihnachtliche Botschaft von „Frieden auf Erden“ verschwendet, haben sich drinnen im Rathaus immerhin ein paar Hundert Menschen aus aller Herren Länder im Namen des Friedens versammelt: Aleviten, Hindus, Muslime, Christen, Baha’i. Menschen aus Tschetschenien, Nigeria, Syrien, Serbien, dem Iran und Deutschland.
„Frieden fängt klein an“ heißt das vom Verein „Friedenstunnel – Bremen setzt ein Zeichen“ initiierte Projekt. Bereits im neunten Jahr laden die Vorsitzende Regina Heygster und die beteiligten Vertreter der verschiedenen Religionsgemeinschaften Kinder und Jugendliche dazu ein, sich mit ihren Wünschen und Visionen für eine friedlichere Welt auseinanderzusetzen. Schirmherr der Veranstaltung ist Bürgermeister Jens Böhrnsen.

Bremen-Collage
Es könnte so schön sein: Diese Collage vom Zusammenleben in Bremen gestalteten Mädchen aus dem AWO-Wohnheim in der Ludwig-Quidde-Straße.

In diesem Jahr kooperierte der Verein mit dem Bremer Rat für Integration (BRI). Denn es sollten diesmal Kinder und Jugendliche angesprochen werden, die in ihrem jungen Leben bereits Erfahrungen mit kriegerischen Auseinandersetzungen und Flucht machen mussten.
„Unser Ziel ist es, Kindern und Jugendlichen, die von Krieg bedroht worden sind, Vertreibung erleiden mussten und die möglicherweise unter schwersten Bedingungen in unser Land gekommen sind, in Bremen willkommen zu heißen und ihnen Raum zu geben“, erklärt Lucyna Bogacki, Koordinatorin des zivilgesellschaftlichen Engagements im Flüchtlingsbereich in Bremen und stellvertretende Vorsitzende des BRI.

Geflüchtet willkommen heißen

Am Vormittag dieses 10. Dezember findet die Abschlusspräsentation des diesjährigen Projekts „Frieden fängt klein an“ in der Oberen Rathaushalle statt. Im Namen des erkrankten Bürgermeisters heißt Bremens Integrationsbeauftragte Silke Harth die Mütter, Väter und Kinder aus den Übergangswohnheimen sowie die ehrenamtlich engagierten Freiwilligen und Initiativen herzlich willkommen. Großformatige Collagen und Bilder, die an gemeinsamen Mal- und Bastelnachmittagen entstanden sind, säumen die Bühne: eine Collage der Hansestadt mit ihren markanten Bauwerken, in der jung und alt, einheimisch und zugewandert, Männer und Frauen, friedlich miteinander leben sowie in „Seifenblasen“ eingeschlossenen Wünsche der Flüchtlingskinder, die an einem Baum hängen. Fotos geben Eindrücke von gemeinsamen Ausflügen, Keksbackaktionen und Feiern mit Gesang und Tanz. Die Kinder sind aufgekratzt, halten ihre selbst gemalten Bilder hoch, tragen Lieder vor und die Mütter und Väter sind stolz.
Dem Bürgermeister sei es wichtig, das Rathaus für diese Art von Veranstaltungen zu öffnen, so Silke Harth. Es sei eine Geste, der Freude über die Vielfalt in dieser Stadt Ausdruck zu verleihen und ein Signal des Willkommens. „Zum freundlichen Klima in der Stadt aber tragen wir alle, also jeder einzelne, bei“, so Silke Harth. „Und da sind wir auch schon wieder beim Thema: ‚Frieden fängt klein an’.“

Der Bremer Rat für Integration bei facebook