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Mi, 29. Juli 2015

Unterstützung beim Sprung ins Berufsleben

Ob Einheimische oder Zugewanderte – Jugendliche in Bremen stehen alle vor derselben Frage: Was will ich später eigentlich mal arbeiten? Welcher Beruf passt zu mir? Finde ich einen Ausbildungsplatz? Dabei stehen die Chancen für Flüchtlinge besonders schlecht. Deshalb haben der Bremer Rat für Integration (BRI) und die Kfz-Innung Bremen mit Unterstützung der Akademie Lothar Kannenberg ein Pilotprojekt gestartet: Zehn unbegleitete minderjährige Flüchtlinge sollten die Chance bekommen, in den Ausbildungsberuf des Automechanikers reinzuschnuppern. Am Ende waren sieben statt der geplanten zehn Jugendlichen mit von der Partie. „Das lag daran, dass es extrem schwierig war, die Genehmigung der Vormünder und Casemanager zu bekommen“, bedauert Basem Khan, Vorsitzender der Innung des Kraftfahrzeugtechniker-Handwerks in Bremen.
Khan leitet gleichzeitig die „AG Jugend“ des BRI, die sich zum Ziel gesetzt hat, Jugendeinrichtungen in Bremen und im Umland zu besuchen, und mit den Verantwortlichen Perspektiven für die Minderjährigen zu entwickeln. Für das Projekt hat er zehn Kfz-Betriebe ausfindig gemacht, die bereit waren, die Jugendlichen einen Tag lang, von 9 bis 16 Uhr, schnuppern zu lassen.
Am 2. Juli war es soweit: Die Jugendlichen sollten die Kfz-Betriebe, denen sie zugeteilt worden waren, selbständig aufsuchen. Dort bekamen sie eine Einführung in die Arbeitsabläufe, lernten die Werkzeuge kennen, durften den Mechanikern über die Schulter schauen und teilweise sogar selbst an Stationen mitarbeiten.
Foto: Damla Ekin
Foto: Damla Ekin

Am Abend gab es ein Nachgespräch. Dazu haben Mitglieder der „AG Jugend“ des BRI die Jugendlichen in ihren Einrichtungen besucht. „Uns interessieren natürlich die Erfahrungen, die sie gemacht haben“, so Basem Khan. „Wir können daraus viel lernen fürs nächste Mal, denn wir möchten das Projekt gerne ausbauen.“
Das Fazit für dieses Mal beschreibt Damla Ekin, Mitglied der AG Jugend des BRI, die das Projekt tatkräftig unterstützt hat: „Viele der Jugendlichen waren dankbar, dass sie an solch einem Projekt teilnehmen konnten. Sie wünschen sich jedoch alle, dass das Praktikum mindestens auf eine Woche ausgedehnt wird. Ein anderer Wunsch ist ein Infoabend im Vorfeld, bei dem erklärt wird, welche Berufe angeboten werden, wie das Berufsfeld aufgebaut ist und welche Abschlüsse und Erfahrungen sie mitzubringen haben, wenn sie später in den jeweiligen Branchen tätig sein wollen. Wir haben gemerkt, dass der Kontakt zu den Jugendlichen keineswegs schwierig ist, wenn man sie in den Alltag einbindet. Das einzige Problem, das derzeit noch besteht ist, dass es leider zu wenige Mädchen in den Einrichtungen gibt, die sich trauen würden, solch ein Praktikum anzunehmen. Es wird also unser Ziel sein, das Praktikum so zu gestalten, dass wir sowohl Jungen als auch Mädchen dazu bewegen können, an ihrer Zukunft zu arbeiten und ihnen ein möglichst breites Spektrum an Chancen anzubieten. Wir hoffen dabei auf die Unterstützung von Seiten der Fachkräfte, der Betriebe und der Schulen.“

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