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Fr, 12. August 2016

„Kultur kann Brücken bauen“

Bürgermeister Carsten Sieling eröffnete das erste syrische Kulturfest in Bremen

Der 12. August war ein ganz besonderer Abend im Rathaus: Um 19 Uhr eröffnete Bürgermeister Carsten Sieling das erste FUNUN-Festival (arab.: Künste) in der Hansestadt. „Dieses Festival ist ein wichtiger Beitrag zur Integration. Kultur kann Brücken zur Deutschen Gesellschaft bauen“, so Sieling. Dieses Festival sei einzigartig in Deutschland und ein großer Schritt, „mit dem wir die Arme weit öffnen.“
Veranstalter ist der Anfang des Jahres neu gegründete Syrische Exil-Kulturverein (SEKu). Hier haben sich deutsche und syrische Künstler, Wissenschaftler und Kunst-Mäzene der Hansestadt zu zusammengeschlossen, um die syrische Kultur im Exil zu bewahren und weiterzuentwickeln. Zu den Gründungsmitgliedern gehören unter anderem der Bauunternehmer Dr. Klaus Hübotter, die Vorsitzende des Bremer Rates für Integration und Trägerin des Bundesverdienstkreuzes Libuse Cerna sowie Dr. Alexander Flores, Professor für „Wirtschaft und Gesellschaft der arabischen Welt“ an der Hochschule Bremen.

Vorstand-SEKU Sieling
Der Anfang des Jahres neu gegründete Syrische Exil-Kulturverein, SEKu, möchte die syrische Kultur im Exil wach halten und weiterentwickeln. Hier mit Bürgermeister und Schirmherr Carsten Sieling (2.v.r)

Die erste Vorsitzende des SEKu-Vereins, Jasmina Heritani, erinnerte in ihrer Rede an ihr Heimatland im Jahr 2010, ein Jahr bevor der verheerende Bürgerkrieg ausbrach, und lud zu einem gedanklichen Rundgang durch die Altstadt von Aleppo mit ihren Basaren und Cafés ein; entführte die Besucher in die Stadt Palmyra mit ihren bekannten Triumphbögen und natürlich nach Damaskus. „Wir können die historischen Monumente nicht schützen“, so Heritani. „Aber wir können die Kultur schützen.“ Dafür habe sich der Verein vorgenommen, ein jährliches Festival in Bremen zu etablieren, zu dem syrische Künstler und Intellektuelle aus ganz Europa kommen. „Wir möchten hiermit einen Einblick in die reiche syrische Kulturszene geben und möchten erreichen, dass die Kultur im Exil weiterlebt und überlebt.“
Eine Woche lang, bis zum 19. August, erwartet die Bremer ein buntes Programm. Mit bilingualen Lesungen und Filmen für Kinder und Erwachsene, Workshops sowie Kunstausstellungen im Institut Francais und der Villa Ichon. Das Kernstück bilden drei hochkarätige Konzerte. Es spielen: das „Expat Philharmonic Orchestra“ (Glocke), das „Broukar Ensemble“ (Alter Sendesaal), das zusammen mit einem Derwish-Tänzer traditionelle Maqam-Musik darbietet sowie der junge Pianist Aeham Ahmad (Kultur-Ambulanz Bremen Ost), der durch seine öffentlichen Auftritte im Flüchtlingslager Jarmuk – als „Pianist in den Trümmern“ – internationale Bekanntheit erlangte. Aeham Ahmad spielte auch zur Eröffnung in der Oberen Rathaushalle zwei eigene Kompositionen.
Eine Überraschung waren die von SEKu-Gründungsmitglied Dr. Klaus Hübotter verfassten und von Pago Balke vorgetragenen sechs Gedichte über Syrien. 2010 hat er dort seinen Urlaub verbracht und seinen 80. Geburtstag gefeiert.

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