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Mo, 19. Dezember 2016

Tschechen wollen von Bremern lernen

Seminar “Crossing Borders” zur Flüchtlingsarbeit vom 12.–17. Dezember 2016 im LidiceHaus

„Wir sind gekommen, um uns über die Flüchtlingsarbeit hier in Deutschland zu informieren“, sagt Pfarrer Mikulas Vymetal. „Deutschland hat diesbezüglich weltweit den besten Ruf – Tschechien einen schlechten“, setzt er hinzu. Der Tscheche, der in Prag auch für das Diakonische Werk arbeitet, kam mit einer Gruppe von 11 Menschen, zwischen 25 und 65 Jahren, für knapp eine Woche nach Bremen. Mit Unterstützung des Bremer Rates für Integration absolvierten sie im LidiceHaus vom 12. bis zum 17. Dezember eine Fortbildung zum Thema „Flucht und Migration“ unter dem Titel “Crossing Borders”.
Die teilweise hauptamtlich, überwiegend aber ehrenamtlich, in der Arbeit mit geflüchteten Menschen Tätigen berichteten von schwierigen Rahmenbedingungen ihrer Arbeit sowie von einer restriktiven Politik gegenüber zugewanderten Menschen. Fast alle bezeichneten die politische Situation in Tschechien als „ausländerfeindlich“ und „rassistisch“. Ein Teil der Gruppe war zu Beginn des Jahres in den Camps in Serbien und hat dort ehrenamtlich geholfen.

Crossing-borders
Elf in der Flüchtlingsarbeit Tätige kamen aus Tschechien nach Bremen,
um sich hier über die Flüchtlingsarbeit zu informieren

Nun trafen sie sich in Bremen mit ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Initiativen und Institutionen, um sich Anregungen zu holen und auszutauschen. Auf dem Programm standen neben einem Workshop etwa der Besuch einer Wohngruppe für minderjährige Geflüchtete im „Sonnenhaus“ der AWO, eines Übergangswohnheims der Inneren Mission in Walle und eines Wohnheims des Klinikums Mitte. Zudem gab es Gespräche mit Lucyna Bogacki von der Initiative „Gemeinsam in Bremen“ GiB, dem Bremer Rat für Integration, mit Schwester Bührle von der Katholischen Kirche, mit Radio Bremen oder dem Migrations-Bereich des Kulturzentrums Lagerhaus.
„Es ist beeindruckend, was in Bremen alles passiert auf institutioneller, aber auch auf ehrenamtlicher Ebene“, sagt Pfarrer Mikulas Vymetal. „Unser Besuch hat sich gelohnt. Wir gehen optimistisch gestimmt nach Hause.“

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