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Mi, 19. Juli 2017

„Sehnsucht Europa“

Menschen flüchten nach Europa, sie suchen hier Schutz vor Krieg, Verfolgung und Armut. Sie hoffen, hier Frieden zu finden, vielleicht ein neues Leben. Und sie konfrontieren uns dadurch mit ganz fundamentalen Fragen an uns selbst: Wer sind wir hier eigentlich? Was sind unsere Grenzen? Wie viel Offenheit können und wollen wir uns leisten? Worauf wollen wir nicht mehr verzichten? Wie geht Vielfalt ganz konkret? Was sind unsere Grundwerte? In welchem Europa wollen wir leben?

Tanz und Theater in Bremen

Für das noch bis 2018 laufende Projekt „Sehnsucht Europa haben sich 33 kulturelle Institutionen in der Metropolregion Nordwest zusammengeschlossen. Gemeinsam mit Zugewanderten, Geflüchteten, Bürgerinnen und Bürgern beschäftigen sich mit diesen Fragen. An dem Projekt sind Einrichtungen in Bremen, Delmenhorst, Lohne, Oldenburg und Syke beteiligt.
In Bremen stehen die performativen Künste aus den Bereichen Theater und Tanz im MIttelpunkt: Quartier, steptext dance project, das Kulturhaus Walle und die bremer shakespeare company sind dabei, neue Produktionen zu entwickeln, die sich mit dem Thema „Sehnsucht Europa“ beschäftigen, z.B. in Schulprojekten, aber auch durch neue Kontakte und Vernetzungen professioneller Künstlerinnen und Künstler und anderer Produzentinnen und Produzenten aus Bremen. Hinzu kommen Gastspiele aus anderen Kulturen mit Künstlern, die für offene Workshops zur Verfügung stehen. Auch Quartier und das Kulturhaus Walle erarbeiten eine Produktion gemeinsam mit Künstlerinnen und Künstlern, unbegleiteten jugendlichen Geflüchteten sowie Schülerinnen und Schülern aus Walle. Diese Programme werden von den Einrichtungen autonom geplant, finanziert und durchgeführt.

„Sehnsuchts-Mobil“

Das „Sehnsuchts-Mobil“ fährt durch Bremen und macht bei Wochenmärkten oder Stadtteilfesten Halt, um mit den Besuchern über deren ganz persönliche Vorstellungen von Europa zu sprechen. Denn natürlich hat Europa nicht nur eine politische, wirtschaftliche und administrative Seite, sondern auch eine ganz persönliche und emotionale: Was genau bedeutet das – „europäisch”? Welche kulturellen Eigenheiten und Errungenschaften verbinden Sie damit, welche Werte, Persönlichkeiten oder politischen Vorstellungen? Und was bedeutet „europäisch“ für Sie ganz persönlich? Wann haben Sie sich „europäisch” gefühlt und warum? Gibt es etwas, was Ihre Vorstellung von „europäisch“ ausdrückt? Ein Buch, Musikstück, Foto, eine Begegnung, eine Reise, ein Mensch, ein Spruch, eine Landschaft…?

Am Ende soll nicht nur die ganze Stadt, sondern die ganze Metropolregion in das Projekt integriert sein und miteinander ins Gespräch kommen. So bietet etwa auch die Volkshochschule (VHS) Kurse an, in denen Flüchtlinge beispielsweise ihre Kompetenzen weitergeben wollen. Außerdem gibt es eine Wanderausstellung zum Thema „Europa, Flucht und Migration“ die am 5. November im Hafenmuseum zum ersten Mal zu sehen sein und vieles mehr. Im Spätsommer 2018 gibt es zum Ende des Projekts ein großes Abschlussfestival im Europahafen.
„Sehnsucht Europa“ soll eine Plattform für Geflüchtete, Zugewanderte und Beheimatete sein, sich gemeinsam den Fragen nach Europa, Identität und Wünschen an die Zukunft zu nähern, mit Mitteln der Kunst und des Dialogs.

https://www.sehnsucht-europa.com/projekte

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