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Mo, 20. November 2017

Zuwanderung und Arbeitsmarkt

Arbeitsgipfel am 1. November im Bremer Rathaus

Was müssen der Bund und das Land Bremen tun, damit Geflüchtete in Arbeit kommen? Diese Frage wurde auf dem Spitzentreffen „Zuwanderung und Arbeitsmarkt“ in der Oberen Rathaushalle diskutiert. Bereits vor zwei Jahren hatte der Bremer Rat für Integration solch einen „Arbeitsgipfel“ angeregt, der nun am 1. November realisiert wurde. Drei Stunden lang diskutierten 150 arbeitsmarkt- und integrationspolitische Akteure auf Einladung von Bürgermeister Carsten Sieling und dem Senator für Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner. Moderiert wurde die Veranstaltung von der Vorsitzenden des Bremer Rates für Integration (BRI), Libuse Cerna.

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150 arbeitsmarkt- und integrationspolitische Akteure kamen im Bremer Rathaus zum Thema “Zuwanderung und Arbeitsmarkt” zusammen

Den Auftakt bildeten Fachvorträge von Vertretern des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge und der Bundesagentur für Arbeit. Anschließend kamen die Bremer Akteure zu Wort. Sie richteten Forderungen an den Bund und an das Land Bremen, die im Vorfeld in vier Arbeitsgruppen erarbeitet worden waren.
Alle AGs waren sich einig in der Forderung nach Rechtssicherheit. Eine unsichere Bleibeperspektive hemme Lernfortschritt, wodurch die Arbeitsmarktintegration erschwert werde. Im Bereich der Kompetenzermittlung waren sich alle Beteiligten sicher, dass das qualitative Angebot im Land Bremen ausreiche. Jedoch brauche es eine quantitative Ausweitung der bestehenden Kompetenzermittlungsverfahren. Mehr Angebote müssten im Bereich der Ausbildung geschaffen werden. Damit die jungen Geflüchteten aber auch alle Unterstützungsangebote in Anspruch nehmen können, sei es nötig, dass sie künftig einen Aufenthaltstitel erhalten, und nicht mehr eine Duldung.
Zudem sei wichtig, dass die Länder eigenständig entscheiden könnten, welche ausbildungsvorbereitenden Maßnahmen den Status erhalten. Im Land Bremen solle künftig für diejenigen ein Angebot geschaffen werden, die die Schule verlassen haben, aber noch nicht fit für eine Ausbildung seien. Im Bereich der Beschäftigung forderten die Akteure unter anderem eine koordinierende Stelle, die betriebsübergreifend in die passenden Angebote lotst und Betriebe und Geflüchtete im Integrationsprozess begleitet und berät.
Bezüglich der berufsbezogenen Sprachförderung wurde gefordert, dass der Bund seine Möglichkeiten in Gänze ausschöpfe, um flächendeckend Sprachförderung anzubieten, jedoch das Land Bremen die Lücken weiterhin mit Landesmitteln fülle.

„Die Veranstaltung hat sehr deutlich gezeigt, dass wir in Bremen vor allem durch die gute Zusammenarbeit der verschiedenen Akteure schon viel geschafft haben“, so Bürgermeister Dr. Carsten Sieling. „Wir müssen diese positiven Erfahrungen nutzen, um gemeinsam an Lösungen auf Landes- und Bundesebene weiterzuarbeiten. Die Verbesserung von Arbeitsmarktzugängen ist die zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Integration. Hier erwarte ich insbesondere von der neuen Bundesregierung, die Länder und Kommunen bei ihren Anstrengungen finanziell noch stärker zu unterstützen und darüber hinaus, wie mit den Regierungschefinnen und Regierungschef der Länder vereinbart, möglichst rasch ein Konzept zur Integration von Geduldeten und Asylbewerbern in den Arbeitsmarkt vorzulegen.“
Arbeitssenator Martin Günthner resümiert nach der Veranstaltung: „Dass noch dicke Bretter zu bohren sind, war uns von Anfang an bewusst – aber es lohnt sich. Ich weiß, dass die Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt ein langer Weg ist. Damit sie dauerhaft Teil des Arbeitsmarktes und damit auch Teil dieser Gesellschaft werden können, müssen wir alle weiter daran arbeiten, das System aus sprachlicher und beruflicher Integration noch besser zu verzahnen. Ich bin mir sicher, dass wir alle jetzt schon – und in Zukunft noch mehr ? davon profitieren. Hoffnungsvoll stimmt mich zum Beispiel, dass im Bereich der Sprachförderung bereits so viel passiert ist. Sowohl auf Bundes- und Landesebene sind viele effektive Angebote geschaffen worden. Und auf diesem Pfad wollen wir weiterhin gehen.“
Auch die Vorsitzende des Bremer Rates für Integration, Libuse Cerna, zeigte sich nach dem Treffen hoffnungsvoll: „Es hörte sich gut an, was auf Landes- und Bundesebene geplant ist. Aufgabe des Bremer Rats für Integration ist es jetzt zu begleiten und zu überprüfen, ob es in der Realität auch umgesetzt wird.“

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