Jugendintegrationspreis "mittenmang" 2012

September 2012

Es sollte spannend bleiben bis zur letzten Minute. Denn ganz nach dem Vorbild der großen Oskar-Verleihungen, wussten die Wettbewerbsteilnehmerinnen und -teilnehmer bis zur Verlesung nicht, wer das Rennen gemacht hatte.
Am 26. September um 16 Uhr überreichten die Staatsrätin für Integration, Prof. Dr. Eva Quante Brandt, die Vorsitzende des Bremer Rates für Integration, Libuse Cerna sowie Anja Hillerts-Lichtenberg vom Lions-Club Bremen den vom Bremer Rat für Integration gemeinsam mit dem Lions Club ausgelobten Preis im Festssal der Bürgerschaft. Wichtig bei der Beurteilung der Bewerbungen war, dass Migranten und Einheimische als Akteure und Zielgruppe gleichermaßen mit einbezogen waren. Eine fünfköpfige Jury, darunter der Bremer Satiriker Osman Engin, haben über die Preisvergabe entschieden:

Der mit 1500 Euro
dotierte Gruppenpreis ging an die Gruppe wEUni … Der mit 1500 Euro dotierte Gruppenpreis ging an die Gruppe wEUnited aus Vegesack, die dort einen Europatreff für Jugendliche ins Leben gerufen hat.

Der erste Preis in der Kategorie „Einzelperson“, dotiert mit 1.000 Euro, ging an den 16-Jährigen Dogan Yalcin, der sich in der sportlichen Kinder- und Jugendarbeit in Tenever stark engagiert. Der erste Preis in der Kategorie „Gruppe“, dotiert mit 1.500 Euro, ging an die neun Mädchen des Projektes „wEUnited“ in Bremen-Vegesack.

Die Projekte:

1. Preis in der Kategorie „Einzelperson“: Dogan Yalcin
Bereits mit 14 Jahren unterstützte Dogan Yalcin das Training einer Mädchenfußball-mannschaft. Inzwischen trainiert er seit über einem Jahr eigenverantwortlich ein Mädchenteam, einmal die Woche in Tenever. Mit Fingerspitzengefühl, einer gewissen Portion Disziplin und Durchhaltevermögen schafft er es immer wieder die überwiegend kurdischen Mädchen zu motivieren. Darüber hinaus begleitet Dogan Yalcin jeden Freitag in einem Viererteam ein offenes Sportangebot für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 15 Jahren. Auch in der Teneverliga übernimmt er diverse Aufgaben und Funktionen: vom Schiedsrichtern über Aufsicht bis hin zum Auf- und Abbau der Geräte. Seit Ende August ist Dogan Yalcin auch noch als Co-Trainer der 3. G-Jugend von Werder Bremen zweimal wöchentlich ehrenamtlich aktiv. Begründung der Jury: Dogan Yalcin engagiert sich in seinem Stadtteil aus persönlicher Überzeugung – und das sehr wirksam. Er arbeitet mit einer schwierigen Zielgruppe und ist mit seinem Engagement ein Vorbild für andere Jugendliche.

1. Preis in der Kategorie „Gruppe“: wEUnited
Neun Mädchen – Berivan Genc, Ebru Genc, Gülcin Genc, Fatma Nas, Fatima Malla, Isra Obeida, Eyfer Tunc, Nuriye Sagaltici und Christiana Manikavasaga – haben in Vegesack einen „Europa-Treff für Jugendliche“ ins Leben gerufen. Ein Gruppenraum, der für die Etablierung des europäischen Strukturierten Dialogs mit der Jugend in Bremen Nord genutzt wird. In regelmäßigen Abständen finden hier Diskussionsveranstaltungen und Workshops zu europapolitischen Prioritäten statt, in denen die Jugendlichen gemeinsam mit den politischen Akteuren vor Ort überlegen, wie man diese auf lokaler Ebene umsetzen kann.
Hauptziel ist es, Jugendliche aktiv an der Gestaltung ihres Stadtteils zu beteiligen, sie zu ermutigen, ihre Interessen zu vertreten und sie in einen Dialog mit Politik zu europäischen Themen zu bringen. Hier haben sie eine Anlaufstelle, um sich zu konkreten Themen zu informieren, zu diskutieren und auf lokaler Ebene zu partizipieren.
Unterstützt wird das Projekt vom Bremer Jugendring und dem Mädchentreff Lilas Pause, außerdem gibt es eine anteilige finanzielle Förderung durch die EU. Begründung der Jury: Die Mädchen haben alles eigenständig entwickelt – von der Idee über die Projektarbeit bis hin zur Verwaltung der Räume. Sehr gut gefallen hat uns auch der europäische Gedanke, der hier weiter getragen wird und die Möglichkeit gemeinsam mit anderen Demokratie zu gestalten und zu erleben.

Sonderpreis Panajotis Gavrilis und Nasir Mahmood bekamen für ihre Bachelorarbeit „Gekommen, um zu leben – Gefahr für Flüchtlinge in Bremen und Niedersachsen“, den Sonderpreis verliehen. In ihrer Arbeit sind sie dem Suizid eines nepalesischen Flüchtlings nachgegangen und haben parallel dazu einen jungen Menschen mit Duldungsstatus begleitet.

Der Bremer Rat für Integration bei facebook