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„For Safety Reasons“

Theaterstück zur Situation von Geflüchteten im Julius-Bamberger-Saal

Sicherheit, was bedeutet das für Menschen, die sich wie “Geflüchtete zweiter Klasse” in Bremen fühlen? Das deutsch-afghanische Regieteam Solveig Hörter und Reza Abbasi stellt diese provokante Frage in einem Theaterstück, das am Freitag, 15. Juli 2016, an der Bremer Volkshochschule (VHS) Premiere hat. Die Akteure dieses “Theater-Wirklichkeits-Clashs” sind ehemalige Teilnehmende eines Deutschkurses. Sie setzen das Ringen um das gegenseitige Verstehen szenisch um - irgendwo zwischen Dokumentarischem Theater und Fiktion. Das Projekt “For Safety Reasons” wird gefördert von der Senatorin für Kinder und Bildung und unterstützt von der Bremer Volkshochschule.
Vor einigen Monaten trafen sich die beiden Theatermacher an der Bremer Volkshochschule in einem Einsteigerkurs Deutsch. Solveig Hörter unterrichtete, Reza Abbasi war ihr Schüler. Als der Kurs endete, wurde klar, dass es für die Teilnehmenden zunächst keine Fortsetzung in einem Integrationskurs geben würde. Sie kommen nicht aus Syrien, Eritrea, dem Iran oder Irak und haben deshalb offiziell keine “gute Bleibeperspektive”. Abbasi ist vor acht Monaten aus Afghanistan geflüchtet und muss, wie viele seiner Kurskollegen, warten, bis sein Status abschließend verhandelt ist. Erst dann darf er Integrationskurse besuchen.
Die Zeit nutzen wollten sie aber alle und so entstand die Idee zu einem Theaterprojekt. Claudia Oefele aus dem VHS-Fachbereich Deutsch als Fremdsprache hat sich daraufhin für eine Förderung durch die Senatorin für Kinder und Bildung eingesetzt. Die Bremer Volkshochschule stellt derweil Probenräume und die Bühne im Julius-Bamberger-Saal zur Verfügung.
Das Stück nähert sich auf zwei Ebenen der komplexen Thematik rund um Krieg und Konflikte in den Herkunftsländern, um Flüchtlingsabkommen und Asylverfahren an: erst konkret aus der Deutschkurs-Situation heraus, dann auf der politischen Ebene, beispielsweise angesichts des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei und der Probleme in Griechenland. “Das Theaterstück entsteht nach und nach aus der Arbeit mit der eigenen Situation”, erläutert Solveig Hörter. Reza Abbasi ergänzt: “Das ist interessant und schwierig zugleich. Nicht nur wegen der belastenden Thematik, über die es viele Diskussionen gibt, sondern auch wegen sprachlicher Hürden.” Hörter und Abbasi haben keine gemeinsame Sprache, um sich auf dem abstrakten Niveau, das ihr Anliegen erfordert, zu verständigen. Manchmal schalten sie deshalb telefonisch einen Übersetzer zu, wenn keiner anwesend sein kann. “Unser Ziel war es, gemeinsam etwas entstehen zu lassen. Und das funktioniert!”

„For Safety Reasons“, am 15. und 16. Juli sowie am 10. September jeweils um 19 Uhr in der Bremer Volkshochschule, Faulenstraße 69, Julius-Bamberger-Saal, 1. Etage

Der Eintritt ist frei, es wird jedoch um eine kleine Spende gebeten


Die Akteure und Akteurinnen von “For Safety Reasons”
Solveig Hörter hat Theaterpädagogik studiert und gibt zurzeit Deutschkurse bei der Bremer VHS. Demnächst geht es weiter mit dem Masterstudium; parallel ist sie in Theaterprojekten aktiv. Reza Abbasi hat in Afghanistan einen eigenen Dokumentarfilm gedreht und für einen privaten Fernsehsender gearbeitet.
Insgesamt sind 15 Frauen und Männer (aus Afghanistan, Albanien, Iran und Deutschland) an dem Theaterstück beteiligt. Dabei stehen nicht alle auf der Bühne. Auch hinter den Kulissen arbeiten einige als Grafikdesigner oder Musiker.

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