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„Wir haben einen Traum“

„Interreligiöse Juleica“ fördert religionsübergreifenden Austausch unter Jugendlichen

In Bremen werden viele unterschiedliche Religionen praktiziert und gelebt. Um die jungen Menschen dieser verschiedenen Glaubensrichtungen in einen Dialog zu bringen, organisiert der Bremer Jugendring die Ausbildung zur „Interreligiösen Jugendleiter_innen card“ (Juleica).

Seda Karabacak ist gebürtige Muslimin und Bremerin mit türkischen Wurzeln. Die 24-Jährige interessiert sich schon seit vielen Jahren für interreligiöse Fragen und hat bereits an verschiedenen Veranstaltungen dazu teilgenommen. Nun sitzt sie erstmals auch selbst in einem Planungszirkel. „Seit März 2015 bin ich als Vertreterin des Landesjugendverbandes der Ditib, einer Dachorganisation muslimischer Gemeinden, mit im Vorbereitungsteam für die ‚Interreligiöse Juleica‘.“

Seda Karabacak (24 Jahre)
Seda Karabacak (24 Jahre)

Die Ausbildung und der Erwerb der Jugendleiterkarte, kurz: Juleica, ist bundesweit reglementiert. Die Interessierten müssen mindestens 16 Jahre alt sein. Sie lernen Grundlagen der Organisation und Planung, lernen Gruppenprozesse zu erkennen und zu fördern, machen einen Erste- Hilfe-Kurs und vieles mehr. Kurz: Sie lernen das Handwerkszeug für ehrenamtliches Engagement. Die „Interreligiöse Juleica“ legt dabei den Schwerpunkt auf den Austausch zwischen den Religionen. „Es gibt zwei Schwerpunkte – die Gemeinsamkeiten und die Unterschiede“, beschreibt Seda Karabacak. „Die Gemeinsamkeiten verbinden uns und die Unterschiede machen uns vielfältig. Der Fokus liegt auf einem friedlichen Miteinander.“ So lautet denn auch das Motto dieses besonderen Jugendleiterkurses „Wir haben einen Traum“ – in Anlehnung an die berühmte Rede von Martin Luther King.

Mindestens alle zwei Monate treffen sich die Vertreter verschiedener Konfessionen, darunter die Evangelische Jugend Bremen, die Deutsche Katholische Jugend, die Ditib-Jugend und die Schura, um gemeinsam die Inhalte zu besprechen. Koordiniert wird das Projekt „Interreligiöse Juleica“ von Ulrike Oltmanns vom Bremer Jugendring. „Das Besondere an dieser speziellen Juleica ist, dass junge Menschen verschiedener Glaubensrichtungen die Ausbildung gemeinsam absolvieren und auch das Organisationsteam im Vorfeld mit Menschen aus verschiedenen Religionsgemeinschaften besetzt ist“, so Oltmanns. Die Jugendlichen lernen in einer 50-stündigen Schulung Orte verschiedener Religionsgemeinschaften kennen, erfahren etwas über die Gebete, Rituale und Feste anderer Glaubensrichtungen. Der Kurs soll den Teilnehmenden die Möglichkeit bieten, Alltagserlebnisse, die sie mit Menschen aus anderen Religionen haben, zu reflektieren und Fragen zu stellen. „Wer sich austauscht, beispielsweise über das Fasten oder religiöse Feste, stärkt aber gleichzeitig auch die eigene religiöse Identität“, ist die Erfahrung von Seda Karabacak.
An dem ersten Kurs, vor zwei Jahren, haben bereits 20 Jugendliche teilgenommen. Jetzt im September startet ein weiterer Kurs mit 20 Plätzen. „Für mich persönlich ist es wichtig, dass junge Menschen für religiöse Vielfalt und Vielfalt im Allgemeinen sensibilisiert werden“, erklärt Seda Karabacak ihre Motivation bei dem Projekt mitzumachen. „Es lohnt sich, sich in unserer Gesellschaft, die sich aus Menschen verschiedener Nationalitäten, Religionen, Sprachen und Kulturen zusammensetzt, für Vielfalt, Respekt und Toleranz einzusetzen.“

http://www.bremerjugendring.de/juleica/
Am 10. September 2016 startet der Interreligiöse Grundkurs für eine Jugendleiter/innen Ausbildung.
Kontakt und Anmeldung
Ulrike Oltmanns, 0421/ 441 65 8515
ulrike.oltmanns@bremerjugendring.de

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