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Mo, 19. November 2018

Unterstützung auf dem Weg zum deutschen Pass

BRI ermöglicht Senat den Einsatz ehrenamtlicher Einbürgerungs-Helfer

Bremen startet ab November eine neue Einbürgerungskampagne. Kernstück sind sogenannte Einbürgerungslotsen, die interessierte Migrantinnen und Migranten auf dem Weg zu deutschen Staatsbürgerschaft unterstützen und begleiten sollen. Der Bremer Rat für Integration (BRI) koordiniert das von ihm vorgeschlagene Projekt.

Als Interessenvertretung für Zugewanderte berät der Bremer Rat für Integration (BRI) seit 2005 die Politik und Verwaltung im Land Bremen. Als unabhängiges und überparteiliches Gremium weist der BRI auf Missstände hin und stellt Forderungen. Regelmäßig einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder dafür mit den verschiedenen Ressortchefs zum Austausch.

„Seit 2012 sind wir an dem Thema Willkommenskultur und Einbürgerung dran“, sagt Recai Aytas vom Vorstand des BRI. „Schon Bürgermeister Jens Böhrnsen haben wir seinerzeit auf das in Hamburg umgesetzte Einbürgerungskonzept hingewiesen.“ Bremen startete daraufhin zwar auch eine Werbe-Offensive. Doch das war dem BRI nicht genug. „Wir wollten noch einen Schritt weiter gehen und, wie in Hamburg, sogenannte Einbürgerungslotsen etablieren, die Einbürgerungsinteressierte unterstützen und begleiten sollen“, so Aytas.

Hilfe beim Einbürgerungsverfahren sei unbedingt notwendig. „Es ist ein bürokratisches Verfahren, das auch viele gut integrierte Migranten abschreckt.“ Dabei gebe es viele gute Gründe, die deutsche Staatsbürgerschaft anzunehmen, angefangen bei der freien Wahl des Wohnsitzes in der gesamten EU, der Reisefreiheit in fast allen Ländern der Welt oder dem vollständigen Wahlrecht. Behördengänge, Mitverträge oder auch die Chance auf einen Arbeitsplatz – all das und mehr wird leichter.

Die Einbürgerung gibt die Möglichkeit, die hiesige Gesellschaft mitzugestalten. Wer ohne Einschränkung mitgestalten kann – das lehrt die Erfahrung – identifiziert sich gleichzeitig auch stärker mit dem Gemeinwesen. „Dazugehören und alle Rechte haben – das bringt die Integration voran“, ist sich auch die Vorsitzende des BRI, Libuse Cerna, sicher. Im vergangenen Jahr haben sie und Recai Aytas mit Bürgermeister Sieling deshalb nochmal mit Staatsrat Thomas Ehmke vom Innenressort gesprochen. „Der Innensenator war vom richtigen Zeitpunkt der Integrationskampagne überzeugt“, so Aytas. Ein paar Wochen später kam die Anfrage, ob der Bremer Rat für Integration innerhalb der Kampagne die Koordination des Projekts der Einbürgerungslotsen übernehmen wolle. Der BRI hat verbindlich seine Unterstützung zugesagt. Im November ist die Kampagne gestartet.
Künftig sollen monatlich rund 1.000 Ausländerinnen und Ausländer, bei denen die rechtlichen Voraussetzungen für eine Einbürgerung vorliegen, persönlich angeschrieben werden. Absender des Briefes werden Bürgermeister Carsten Sieling und Bürgermeisterin Caroline Linnert sein. Außerdem soll eine eigene Internetseite für die Kampagne eingerichtet werden.
Das Projekt der Einbürgerungslotsen ist auf drei Jahre angelegt, dafür gibt es 20.000 Euro von der Sozialbehörde. „Bislang lassen sich in Bremen zwischen 1.400 und 1.600 Menschen pro Jahr einbürgern“, sagt Recai Aytas. „Wir streben 2.000 an, das wäre schon ein toller Erfolg.“

Koordinator für die Einbürgerungslotsen beim BRI:

Mazlum Yalcin
Sprechzeiten: Mo. und Mi. 10–18 Uhr

Im Büro des BRI
Am Markt 20, 28195 Bremen
Im Haus der bremischen Bürgerschaft
(Eingang Europapunkt)

einbuergerungslotsen@migration-bremen.de
0421/361-16849

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