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Di, 28. April 2020

Verein "Flüchtling für Flüchtling"

Der Verein „Flüchtling für Flüchtling e.V.“ veröffentlicht auf seiner Facebookseite folgenden Text: https://www.facebook.com/FFF.Offiziell

“In den letzten Tagen wurde viel über die Erstaufnahmeeinrichtung geschrieben.

Viele von uns haben in der Erstaufnahmeeinrichtung gewohnt und wissen genau, wie die Lage da ist. Viele von uns waren auch in überfüllten Camps in Griechenland und wissen, dass die Zustände dort mit denen in der Lindenstraße nicht verglichen werden können, denn es verharmlost die unmenschlichen Zustände, die dort herrschen.

Wir wissen, dass gerade aufgrund des Coronavirus viele Herausforderungen entstanden sind. Genau wie in den Altenpflegeheimen ist es schwer, das Virus einzudämmen.

Wir wissen aber auch genau, wie engagiert die MitarbeiterInnen der AWO Bremen, des Sozialressorts und des Gesundheitsressorts da sind. Seit Wochen arbeitet die Sozialbehörde daran, die Belegungsdichte in der EAE zu minimieren. Zurzeit leben dort rund 350 Menschen. Weitere Umzüge werden folgen. Medizinisches Personal ist vor Ort und die medizinische Versorgung der Bewohner*innen ist voll gesichert. Zudem sind Sozialarbeiter*innen, Sicherheitskräfte, Dolmetscher*innen, Catering-Mitarbeiter*innen, ehrenamtliche Helfer*innen vor Ort und kümmern sich um die Belange und Anliegen der Bewohner*innen, helfen ihnen beim Ankommen, beraten, unterstützen, versorgen und betreuen sie.

Aus unserer Sicht werden gerade viele Unwahrheiten verbreitet. Es wird behauptet, dass das Sozialressort erst nach dem Auftreten von Corona-Infektionen und Protesten einiger Bewohner*innen und der ihr nahestehenden Gruppierung begonnen hat, die Belegzahlen zu reduzieren.

Und es wird behauptet, dass es keine medizinische Versorgung geben würde.

In der EAE sind die Lebensbedingungen kein Luxus, aber auch auf gar keinen Fall so schlimm und unmenschlich, wie gerade viel verbreitet und erzählt wird.

Unsere Senatorin Anja Stahman war persönlich vor Ort und hat sich einen Überblick über die Lage verschafft, sich mit Geflüchteten unterhalten, und sie bemüht sich, die Anregungen umzusetzen, dafür verdient sie unseren großen Respekt. Wir sind gegen jede Unwahrheit, jede Hetzkampagne und jeder Art von Hass und Gewalt.

Anja Stahmann wurde in den letzten Tagen als Rassistin beleidigt und bedroht. Dieses entspricht gar nicht unserer Erfahrung, da Frau Stahmann sich seit unserer Ankunft immer den Dialog mit uns gesucht hat und sich um unsere Integration gekümmert hat. Gewalt und Androhung sind das Gegenteil von dem, was wir in diesen Zeiten brauchen, in denen es um Zusammenhalt und Solidarität in der Gesellschaft geht.”

Der Bremer Rat für Integration bei facebook