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Mi, 25. Mrz 2020

Erstaufnahmestelle sorgt vor

Maßnahmen zum Schutz von Geflüchteten in der Landeserstaufnahme

Rund 30 Personen mit einem erhöhten Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei einer Infektion mit dem Coronavirus COVID-19 verlassen die Landeserstaufnahmestelle für Geflüchtete in Bremen Nord, teilte Sozialsenatorin Anja Stahmann am Dienstag, 24. März 2020, mit.

Rund 600 Menschen leben derzeit in der Erstaufnahmestelle für Asylbewerber und Flüchtlinge (EAE) in Vegesack. Da Gemeinschaftsunterkünfte besonders sensible Bereiche sind, hat die Sozialsenatorin zusammen mit den Mitarbeiter*innen vor Ort, Vorkehrungen zum Schutz getroffen.
Bereits in den vergangenen Wochen gab es eine umfassende Erhebung aller Personen, die nach den Kriterien des Robert-Koch-Instituts ein erhöhtes Risiko haben. 30 Menschen gelten als besonders gefährdet und wurden deshalb außerhalb der EAE untergebracht. Es sind Menschen mit Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber und der Nieren sowie Krebserkrankungen, mit Immunschwäche oder medikamentös unterdrücktem Immunsystem sowie Personen, die älter als 60 Jahre sind. „Für jeden Fall wurden individuelle Lösungen gesucht“, sagt Bernd Schneider, Sprecher der Sozialsenatorin. „Jeder Fall ist anders hinsichtlich des Status‘ im Aufnahmeverfahren, der Verweildauer, verwandtschaftlicher Beziehungen und so weiter.“
Für alle anderen dort lebenden Menschen, die nach den Veröffentlichungen des Robert-Koch-Instituts kein Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf tragen, bleibt die Erstaufnahme als Gemeinschaftseinrichtung erhalten. Denn: „In keiner anderen Einrichtung können wir eine Gesundheitsversorgung vor Ort bieten“, so Senatorin Stahmann. Die Anwesenheit in der Landeserstaufnahme sei zudem für das asylrechtliche Verfahren von Bedeutung.
Der Betrieb wird trotz der schwierigen Lage, in der für alle Beteiligten viel Verunsicherung herrscht, von den Mitarbeiter*innen mit Verantwortungsbewusstsein aufrechterhalten. Alle neu ankommenden Geflüchteten, so die Sozialsenatorin, würden zunächst auf einem eigenen Flur mit eigenem Speisesaal isoliert, auf COVID-19 getestet und erst dann ins Aufnahmeverfahren weitergeleitet, wenn der Test mit negativem Befund vorliege. „Wir hatten bislang nicht einen einzigen positiven Befund“, sagte die Senatorin, „und auch keinen Fall, den das Gesundheitsamt als Verdachtsfall eingeschätzt und getestet hat.“
Die Bewohner*innen werden seit Ende Februar mit mehrsprachigen Aushängen und Handzetteln sowie in persönlichen Gesprächen über die Lage informiert, strenge Einlasskontrollen stellen sicher, dass Besucher*innen und die Erstaufnahme nicht mehr betreten können. Die Mahlzeiten werden inzwischen als Einzelportionen ausgegeben, und die Reinigungsintervalle wurden erhöht. „Gemeinschaftseinrichtungen sind besonders sensible Bereiche“, sagt Senatorin Stahmann. „Die getroffenen Maßnahmen sollen die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtungen schützen.“

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