Aktuelles


Mi, 08. April 2020

Zwei weitere Infizierte in der EAE

14-tägige Quarantäne für alle neu Ankommenden

Erneut sind in der Erstaufnahmeeinrichtung des Landes Geflüchtete angekommen, die mit dem SARS-CoV-2-Virus infiziert waren. Die beiden Brüder waren am Sonntag (5. April) in Bremen eingetroffen und routinemäßig auf das Virus getestet worden. Nachdem der Befund vorlag, sind sie in einer separaten Einrichtung in Quarantäne genommen worden. Die übrigen Bewohner*innen des Flurs für Neuangekommene wurden als Kontaktpersonen ebenfalls für 14 Tage unter häusliche Quarantäne gestellt. Zuvor war am Dienstag vergangener Woche eine neu angekommene Frau positiv getestet und anschließend isoliert worden. Insgesamt sind damit drei Neuankommende in der Landeserstaufnahmestelle für Geflüchtete (LASt) positiv getestet.
Für Neuangekommene stehe nach wie vor ein eigener Flur zur Verfügung, so Senatorin Anja Stahmann. „Dort bleiben sie, bis das Testergebnis vorliegt.“ Bei einem positiven Befund werde generell der ganze Flur vorsorglich unter Quarantäne gestellt und die positiv Getesteten in einer anderen Einrichtung separiert. Außerdem werde ein neuer Flur für Neuankommende ausgewiesen.
„Sobald die bundesweite Regelung ab Karfreitag, 10. April, zur 14-tägigen Quarantäne für alle aus dem Ausland eingereisten Personen in Kraft tritt“, so Stahmann, „wird sie auch in der Erstaufnahme des Landes Bremen umgesetzt.“
Unterdessen sei ihre Behörde weiter bemüht, die Auslastung in der LASt abzusenken. Die Einrichtung verfüge über bis zu 750 Plätze. Zu Beginn der Pandemie seien davon 600 belegt gewesen. Derzeit seien es 450. Im Laufe der kommenden Woche solle es weitere Umzüge für bis zu 100 Personen geben.
Die gelegentlich vorgetragene Forderung zur Schließung der Erstaufnahmeeinrichtung wies die Senatorin kategorisch zurück: „Es macht keinen Sinn, rund 200 Räume leer stehen und eine hervorragende medizinische und sozialpädagogische Infrastruktur ungenutzt zu lassen.“ Bundesrechtlich sei Bremen zum Betrieb der Landeserstaufnahme verpflichtet. „Wir schaffen nach und nach die Voraussetzungen, dass die Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung weniger eng zusammenleben. Das geht nicht von heute auf morgen, aber wir arbeiten daran mit aller Ernsthaftigkeit.“ Es bleibe zudem Ziel Bremischer Flüchtlingspolitik, auch Neuankommenden weiterhin Schutz zu bieten.
„Ich kann die Verunsicherung verstehen, die mit der Ausbreitung des Corona-Virus einhergeht, auch bei Geflüchteten“, sagte Senatorin Stahmann und betonte: „Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter meiner Behörde und in der Erstaufnahme arbeiten mit allergrößtem Einsatz und Engagement daran, die Menschen in der Einrichtung zu unterstützen und zu entlasten. Sie tragen dabei ein vergleichbares Ansteckungsrisiko wie die Bewohnerinnen und Bewohner selber. Dieses Engagement kann man in diesen Tagen gar nicht genug wertschätzen.“

Der Bremer Rat für Integration bei facebook