Aktuelles


Do, 22. April 2021

Rund 100 migrantische Organisationen unterstützen Zugewanderte in Bremen

In Bremen gibt es rund 100 aktive migrantische Organisationen, die Zugewanderte beim Einleben unterstützen und ihnen eine Raum für den Austausch bieten. Nur ein sehr geringer Teil (14 Prozent) ist auch formal als Verein eingetragen, kaum mehr als ein Viertel (28 Prozent) können ihre Tätigkeit auch auf hauptamtliche Kräfte stützen, der weitaus größte Teil (72 Prozent) wird ausschließlich ehrenamtlich geführt. Das zeigt eine Abfrage bei den migrantischen Organisationen in Bremen, die das Integrationsreferat der Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport erstmals durchgeführt und am 22. April 2021 der zuständigen Deputation vorgelegt hat.
„Migrantische Organisationen unterstützen zugewanderte Menschen, ganz gleich, ob sie gerade erst angekommen sind, oder ob sie schon länger in Bremen leben”, sagte Sozialsenatorin Anja Stahmann. „Sie helfen, die mit der Zuwanderung verbundenen Schwierigkeiten zu bewältigen und erleichtern das Ankommen, indem sie ein soziales Netz bieten. Die Organisationen informieren, beraten, unterstützen, und geben Orientierung. Sie sind Anlaufstellen, wenn Menschen sich ausgegrenzt oder diskriminiert fühlen. So sind sie auch deren Interessenvertretung gegenüber der Mehrheitsgesellschaft.“ Nicht zuletzt seien migrantische Organisationen „deshalb so wichtig, weil wir mit unseren kommunalen Angeboten und Institutionen auf dieser Ebene einen guten Zugang zu zugewanderten Menschen finden.“ So übernähmen sie eine wichtige Mittlerrolle zwischen Staat und Zivilgesellschaft.
Die Organistationen sind in der Regel relativ klein: 60 Prozent davon haben weniger als 50 Mitglieder, und 22 Prozent haben mehr als 100 Mitglieder, in 18 Prozent der Fälle liegt die Mitgliederzahl dazwischen. Ihre inhaltlichen Schwerpunkte kennzeichnen die Organisationen mit Integration (90 Prozent), Kultur (84 Prozent), Bildung (82 Prozent), soziale Zwecke (71 Prozent), Sport (33 Prozent) und interreligiöser Dialog (29 Prozent).
Zu den größten Bedarfen der migrantischen Organisationen zählen sie selbst finanzielle Mittel (92 Prozent) sowie Räume (59 Prozent) für Beratung, Begegnungen, Vereinsaktivitäten, Besprechungen, Seminare oder – nach dem Abklingen der Pandemie – Feierlichkeiten. Aus diesem Grund hat die Senatorin für Soziales, Jugend, Integration und Sport eine Übersicht aller verfügbaren Räume erstellt. Unterstützt wurde sie dabei vom Senator für Kultur, dem Landessportbund und dem Netzwerk Selbsthilfe.

Hintergrund
Als migrantische Organisationen werden gemeinnützige Zusammenschlüsse bezeichnet, die mehrheitlich von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte getragen werden und bei denen eine Migrationserfahrung für ihr Selbstverständnis, ihre Ziele und Aktivitäten zentral ist. An der Umfrage im zweiten Halbjahr 2020 haben sich 50 Organisationen beteiligt.

Der Bremer Rat für Integration bei facebook