Presseinformationen

Mi, 19.12.2007

Vorbildliche Jugendarbeit: Multikulturalität als Normalfall

Heute Abend, Mittwoch, 19. Dezember, um 18.30 Uhr haben Senatorin Ingelore Rosenkötter und der Vorsitzende des Bremer Rates für Integration, Jürgen Moroff, zum zweiten Mal den mit 8.000 Euro dotierten Förderpreis für Integration vergeben. Zur Feierstunde im Saal der Philippus-Kirche in Gröpelingen waren alle Vertreter der zwölf eingereichten Beiträge sowie deren Kooperationspartner, aktive Mitstreiter in der Integrationsarbeit und Vertreter der Presse geladen. „Zur Preisverleihung waren wir bei Pastorin Jutta Konowalczyk-Schlüter zu Gast, einer der beiden Preisträgerinnen des vergangenen Jahres. Frau Konowalczyk-Schlüter ist Pastorin in der evangelischen Gemeinde Gröpelingen, zu der die Philippuskirche gehört, und hat im letzten Jahr, gemeinsam mit Halime Cengiz, den 1. Preis für ihre Arbeit am Christlich-Islamischen Dialog erhalten“, erklärt Jürgen Moroff. Mit dem Förderpreis will der Bremer Rat für Integration herausragende und vorbildliche Integrationskonzepte für Zuwanderinnen und Zuwanderer und deren Umsetzung auszeichnen. Ziel ist es, die Bedeutung von Integration zu dokumentieren, das Bemühen um ein gleichberechtigtes und friedliches Miteinander in der Gesellschaft entsprechend zu würdigen und ein Bewusstsein dafür zu schaffen, dass durch gegenseitige Akzeptanz und Toleranz die kulturelle Vielfalt im Land Bremen als Bereicherung empfunden werden kann. Bewerben konnten sich Personen, Vereine, Gruppierungen und Institutionen, die ihren Sitz oder ihre Niederlassung im Land Bremen haben bis zum 31.10.2007. Für die Ausschreibung in diesem Jahr wurde der Schwerpunkt auf die Zielgruppe Kinder und Jugendliche gelegt. Insgesamt 12 Vereine, die mit Jugendprojekten an der Schnittstelle von Schule, Freizeit und Beruf tätig sind, haben sich beworben. Die vom Bremer Rat für Integration eingesetzte Jury hat sich für insgesamt vier Preisträger ausgesprochen, so dass das Preisgeld auch in diesem Jahr wieder geteilt werden musste: Der 1. Preis ging zu je 2.500 Euro an den Jugendtreff Blockdiek und an den Jugendklub Fockengrund. Beide Einrichtungen stehen mit ihrem grundständigen Projektangebot thematisch in direkter Verbindung zur diesjährigen Ausschreibung. Beide Projekte zeigen auf vorbildliche Weise, wie man den Jugendlichen sinnvolle und attraktive Freizeit- und Fortbildungsangebote machen kann, indem man sie an den Entscheidungsprozessen beteiligt. Die Stärken und Möglichkeiten der Jugendlichen stehen im Vordergrund, nicht ihre Schwächen. Multikulturalität wird als Normalfall behandelt und findet angemessne Berücksichtigung im Angebotsprofil.

Der 2. Preis, in Höhe von 2.000 Euro, ging an das Theaterprojekt „Grenzen überschreiten – Neues entdecken“. Dieses Projekt ist eine schulnahe Maßnahme außerschulischer Akteure, die sich in multikultureller Team-Zusammensetzung an Schüler und Schülerinnen der 9. bis 13. Klassen richtet und dabei Schulformen übergreifend konzipiert ist. Schüler erwerben im Rahmen des Projektes wichtige soziale und fachliche Kompetenzen. Teamfähigkeit, Selbsterfahrung, interkulturelle Begegnung, Perspektivenübernahme sowie Konzentrationsfähigkeit aber auch der spielerische Umgang mit der deutschen Sprache, die Erfahrung, etwas Künstlerisches selbst zu erstellen und vorzutragen helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken und vermitteln relevante Kompetenzen für die Schule und den Übergang von der Schule in den Beruf. Der 3. Preis, in Höhe von 1.000 Euro, ging an Refugio, Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer. Refugio nimmt sich mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingsfamilien und denen, die selbst als Minderjährige allein geflüchtet sind, einer Gruppe an, die in vielen Konzepten interkultureller Arbeit eher vernachlässigt wird. Dabei arbeiten sie niedrigschwellig, akzeptierend und aufklärend.
Ingelore Rosenkötter in ihrer Laudatio: „Ich freue mich deshalb besonders, dass es den Preisträgern gelungen ist, die vorbildliche Arbeit, die sie in ihren Einrichtungen und Projekten leisten, aufzuschreiben und zu präsentieren. Alle Preisträger zeigen, wie interkulturell die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bereits arbeiten und welch hohen Stellenwert die Herstellung von sozialen Beziehungen und Bindungen im Integrationsprozess der Kinder und Jugendlichen einnimmt.“ Umrahmt wurde die Preisübergabe von südamerikanischer Klaviermusik, dargeboten von Gustavo Lanzon.

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