Presseinformationen

Di, 10.08.2010

Ehrung von „Migranten der ersten Stunde“

Er war 24 als er nach Deutschland kam. Mehmet Tatar hatte keine Arbeit in der Türkei und er wusste, dass deutsche Firmen an das Arbeitsamt in Istanbul herangetreten waren, weil sie junge, gesunde Männer für schwere Industriearbeit suchten. Er hatte Glück und wurde genommen. Zusammen mit 30 anderen Männern traf er per Flugzeug in Deutschland ein. Erste Station: Bremen Vegesack. „Es war der 12. Januar 1965“, erinnert sich Mehmet Tatar. Er begann seine Arbeit bei der Schiffswerft AG Weser und zog zusammen mit anderen jungen ausländischen Arbeitern in einen Wohnblock nach Gröpelingen. Natürlich wollte er immer zurück in die Türkei, nur vorher, solang er jung war, wollte er in Deutschland etwas Geld verdienen. Aber dann kam alles anders. Er lernte die Deutsche Elvira kennen, eine junge Verkäuferin, die im Wohnblock gegenüber wohnte. Es war für beide die große Liebe. 18 Jahre lang arbeitete Mehmet Tatar bei der AG Weser, bis die Werft Pleite ging. Es folgte die Bremer Vulkan AG, bis die 1996 den Betrieb einstellte. Dann zog eine Firma, die Windenergieanlagen herstellte, in die Hallen ein, auch dort fand Mehmet Tatar Arbeit, bis die Firma dicht machte. Heute arbeitet der 69-Jährige Rentner noch immer in Vegesack – Vollzeit. „Er war praktisch immer in derselben Halle. Hat nur für verschiedene Arbeitgeber gearbeitet. Es war immer auf dem Vulkan-Gelände“, sagt Elvira. Heute leben Elvira und Mehmet Tatar zusammen in ihrem kleinen Reihenendhaus in Huchting. Das Haus, die Kinder und acht Enkelkinder, die hier in Bremen leben, haben Mehmet die Entscheidung hier zu bleiben leichter gemacht.

Die beiden BRI-Mitglieder Carolina Monfort-Montero und Katharina Wolter haben unter Mitarbeit der Journalistin Agnieszka Czerniawska Gastarbeiter und Gastarbeiterinnen der ersten Stunde ausfindig gemacht und sich ihrer Geschichten angenommen. „Wir wollen diese Menschen ehren, weil sie unabdingbare Stützen für die Schaffung von Wirtschaftskraft in Bremen waren – ohne sie hätte es kein Wirtschaftswunder gegeben“, so Carolina Monfort-Montero. „Wir müssen uns bei ihnen bedanken, ohne sie wäre Bremen nicht das, was es heute ist: ökonomischer und internationaler Standort.“ Stellvertretend für alle „Migranten der ersten Stunde“ werden Bürgermeister Jens Böhrnsen und die Vorsitzende des Bremer Rates für Integration Libuse Cerna am 17. August um 17 Uhr die Ehrung von fünf geladenen einstigen „Gastarbeitern“ im Festsaal des Rathauses vornehmen. In einem entspannten „Kamingespräch“ geben die zwei Frauen und drei Männer aus Polen, Italien, Spanien und der Türkei in einem durch Carolina Monfort-Montero moderierten Gespräch Einblicke in ihre Geschichte: Wie war es, als sie damals nach Deutschland kamen? Welche Bedingungen fanden sie vor? Welche Träume hatten sie? Wie sah die Realität aus? Was machen sie heute?

Ehrung von „Migranten der 1. Stunde“ am 17. August, 17–18 Uhr im Festsaal des Rathauses

Ansprechpartnerin für die Presse: Silke Düker, Tel.: 168 29 13 oder 0179/661 96 02

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