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„Afrikas Kampf um seine Kunst – Geschichte einer postkolonialen Niederlage“

Die französische Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy erarbeitete 2018 gemeinsam mit dem senegalesischen Wissenschaftler Felwine Sarr im Auftrag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron einen Bericht über die Rückerstattung unrechtmäßig angeeigneter Kulturgüter an die afrikanischen Herkunftsländer. Frankreich hat sich als Reaktion auf dieses Gutachten gesetzlich zur Rückgabe verpflichtet und will mit etwa 30 Objekten beginnen.
Auch in Deutschland wird umgedacht, sagt Savoy, deren Sachbuch „Afrikas Kampf um seine Kunst – Geschichte einer postkolonialen Niederlage“ in diesem Jahr die Bestsellerlisten anführte. Darin zeigt sie auf, dass die vermeintlich junge Debatte über die Rückgabe von Kulturgütern aus kolonialen Kontexten bereits vor 50 Jahren geführt wurde. Auf europäischer Seite wollte man damals auf gar keinen Fall über Restitution nachdenken. Museumsdirektoren organisierten sich geradezu, um Rückgaben zu verhindern, erzählt Savoy und berichtet von gut dokumentierten Absprachen, Bestände aus nicht-europäischer Herkunft einfach nicht mehr zu veröffentlichen.

Am 8. Oktober liest die Autorin auf Einladung des Bremer Rates für Integration (BRI) und der Heinrich-Böll-Stiftung im Festsaal der Bürgerschaft aus ihrem Buch, in dem sie Bremen ein ganzes Kapitel widmet. Denn eine Ausnahmefigur in dieser langjährigen Debatte war der 1991 verstorbene, bis dahin unermüdlich für einen Ausgleich kämpfende Direktor des Bremer Überseemuseums, Herbert Ganslmayr. Die Veranstaltung wird moderiert von Henning Bleyl (HBS).

8. Oktober, 18 Uhr, im Haus der Bremischen Bürgerschaft, Am Markt 20

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